„Almost, buddy, almost !“ Part 2

Januar 28, 2010

Wir dackelten also zu zweit rüber zu Nachbars Halle,  jeder ein tendenziell gering motiviertes Pferd im Schlepptau…immerhin, wir waren zu zweit, die Pferde waren zu zweit und in Gesellschaft arbeitet es sich ja besser.

Und…ach, ich bin ja so schweineschlau !

Neulich noch erst entdeckt, das ein zu früh ausgedecktes Pferd selbst in der windgeschützten Halle SEHR munter werden kann, um warm zu werden.

Und ich Smartfuchs dachte natürlich: „Heyyyy…dann longiere ich sie eben mit `ner Abschwitzdecke warm, das funktioniert super, dann bleibt sie brav und ruhig.“

Hmhmmm.

Das ging so lange gut, bis ich der Meinung war, das Pferd wäre jetzt warm genug und man könne die Decke ruhig  abnehmen.

Mein ach-so-liebes Pferd, bis dahin noch ein Ausbund an gepflegter Langeweile, wurde wach.

Nicht schlimm wach, aber so wach, das der Wallach auf dem Nachbarzirkel jetzt interessant für sie wurde. Der übte sich gerade in gepflegten Galoppsprüngen … sehr hohen und sehr munteren Bock-Galoppsprüngen…die Art von munteren „Jipiiiieh“-BockGaloppsprüngen, bei deren Anblick man sich auf die Schulter klopft und sich zu der weisen Entscheidung, heute wieder zu LONGIEREN und nicht zu REITEN, gratuliert.

Pferd guckt…ich gucke auch…

„Pfääähääääärd ! Brav bleiben, hörst Du ! Nicht nachmachen !“

„Jooo, Muddi, alles klar…“ *augenrollen*

Der Wallach hörte auf zu bocken springen und ging in einen normalen Trab über, sehr zufrieden mit sich aussehend.

Ich atmete erleichtert auf.

Und genau diesen Moment nutzten Pferd und Wallach (ich könnte schwören, das die Mistviecher sich gegenseitig vorher noch zugezwinkert haben), um synchron abzubritzen und fröhlich galoppbuckelnd Kreise um die entsetzten Menschlein am Longenende zu drehen.

In solchen Momenten…da wird eine 15×30 Halle klein. Sehr klein.

Sie verkleinert sich in den Maße, in dem der eigene Blutdruck steigt und die innere Stimme immer lauter  „Sch**, Sch***, Sch*** ! “ schreit, wenn die beiden Pferde sich bei X begegnen.

Die „Yippppeyaaaaayeah, ayayayayyyyyy, caramba !“-Phase der Pferde dauerte einige wenige Runden und niemandem passierte etwas.

Und nachdem dann mein Atem wieder einsetzte…und ich meine verkrampften Hände Finger für Finger von der Longe lösen konnte…ja, da stellte ich fest:

mir ist ja richtig warm ! Keine kalten Finger mehr, keine Fröstelfüsse !

Was für ein tolles Pferd, läuft sich warm und mich gleich mit. 🙂

Keine Formel für jeden Tag (wer will schon täglich einem panikbedingten Herzinfarkt nahe sein ?), also nur „almost“ geeignet, aber immerhin… 😉

Man ist dankbar für die kleinste Gnade und für die gnadenlosen Tage kaufe ich mir dann halt noch ein zweites Taschenöfchen zum Fingerwärmen.

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2 Antworten to “„Almost, buddy, almost !“ Part 2”

  1. Emma41 Says:

    Herrlich 🙂
    Zum wärmen empfiehlt sich auch ein Spaziergang in 30-40 cm tiefen Schnee. Bergauf. Pferd schaft das auf alle Fälle besser als Frauchen, musste ich gestern feststellen. Kalt war mir danach überhaupt nicht. Heute sind wir dann geritten. Da war Pferd fertig 🙂


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