Besserung erkennbar ?

Februar 17, 2010

Es ist ja nicht so, das es mir noch nie passiert wäre – also, das mich jemand so zusammenfaltet, bis eine SD-Speicherkarte neben mir aussähe wie der Brockhaus.

Exklusiv bezogen auf das Reiten jetzt natürlich, im wirklichen Leben kommt sowas öfter mal vor und sei es nur bei/während /nach der Parkplatzsuche.

( Erwähnte ich schon, das ich zu diesen ekelhaften Kleinwagenweibern gehöre, die selbst mit ihrer Winzigkeit von Automobil noch Probleme haben, diese auf nur EINEM handelsüblichen Parkplatz zu deponieren – und nicht auf zweien  ? Ein Gespann aus kapitalem Mittelklasse-Auto und Pferdeanhänger mit Inhalt kann ich rangieren, aber WEHE, ich muß mein eigenes Auto manövrieren.  )

Ich schweife ab.

Also, zusammengefaltet werden in Bezug auf meine Reiterei – das hatte ich schon mal. Von jemandem, der mich nicht kannte. Der aber immerhin (und das ist der Knackpunkt) mich wenigstens schon mal live, in Farbe und in all meiner dilletantischen Pracht hatte reiten sehen – und somit wusste, über was/wen er da herzieht. Ohne Namens- bzw. Startnummernennung natürlich, denn dazu reichte es aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen damals nicht.

Ich habe damals sehr, sehr lange gebraucht, bis ich darüber hinweg war. Darüber nachdenken ging nach ein paar Wochen, ohne gleich in Tränen auszubrechen, ernsthaft darüber nachdenken brauchte etwas länger…und wie lange es gedauert hat, bis ich an dem Punkt war, wo ich widerstrebend eingestehen mußte, das vielleiiiiiiiicht doch ein klitzeklitzeklitzekleines Körnchen Wahrheit in der Kritik steckte – das will keiner wissen. Es war sehr lange. Andere Leute zeugen bzw. tragen in der Zeit Helden aus.

Da man nicht umsonst vom „Rad des Lebens“ spricht, was im Prinzip auch nur bedeutet „same shit, different day“, wiederholt sich aber auch so eine doofe Situation zwangsläufig wieder.

Leute, die mich nicht kennen, die mich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie haben reiten sehen…holen die moralische Keule raus und dreschen auf mich ein. Oh, natürlich wird da mein Name nicht genannt, natürlich wird die Prügel verbrämt mit Floskeln wie „ach, es kann ja jeder machen, was bzw. wie er es möchte, ich muss das ja nicht gut finden“ oder „es gibt ja Leute, die sind so verantwortungslos, denen ist alles egal, Hauptsache, sie haben Spass“, gerne auch „ja, also, Spaß haben ist ja schon o.k., aber dann bitte doch so und so und nicht so und in diiiiiesem Rahmen schon mal gar nicht !“. Alles sicherlich weniger, weil sie mich so prügelnswert finden, als vielmehr, weil ich etwas gemacht habe, was nicht gang und gäbe zu sein scheint – halbwegs ehrlich über meine Schwächen und Defizite zu reden. Und dann noch perverserweise – in ihren Augen, scheinbar – zuzugeben, das man trotz seiner eigenen momentanten Beschränktheit es tatsächlich wagt, Spaß zu haben, Freude an etwas zu finden, was von der 100%-Marke ungefähr so weit entfernt ist wie meine Brüste grössenmäßig von denen von Katie Price.

Leute, die sonst, soweit ich das aus meiner Warte beurteilen kann, immer gerne die Fahne der Offenheit und Ehrlichkeit vor sich her tragen, aber jetzt aktuell seltsamerweise mal nicht in der Lage sind, ihre Kritik auch gezielt mit richtiger Adressierung auszusprechen. Also konkret, mit Namensnennung der Person bzw. des Forumsnamens der Person.

Schon irgendwie komisch. Höflichkeit ? Schüchterheit ? Angst vor der eigenen Courage ?  Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, das ich mich nun meinerseits mit der Nichtnennung von Namen bzw. Forumsnamen ein Stück weit selber auf dieses Niveau herabbegebe, aber das ist mir letztendlich auch egal. Ich lege meinen Ehrgeiz nicht mehr dahinein, moralisch besser sein zu wollen als andere.  (hence the title, teilweise)

Was ich aber weiß, was sich seltsam anfühlt, aber worauf ich seltsamerweise auch schon wieder ein bißchen stolz bin:

der Zyklus des Nachdenkens, ernsthaft Nachdenkens, des Eingestehens – der hat sich jetzt nicht über Monate erstreckt, sondern über ziemlich genau 24 Stunden. Ich finde das ziemlich gut, gemessen an meiner sonstigen Einsichtsgeschwindigkeit.

Und ich bin sehr gespannt, wie lange es diesmal dauert, bis ich in der Lage bin, den letzten, wichtigsten, eben noch  nicht genannten Punkt des Zyklus zu erreichen.

Genau, DEN Punkt. Der Punkt, an dem man aufgehört hat mit dem Rumgerotzheule, der Punkt, an dem man aufrödelt, um den Suckern dieser Welt zu zeigen. Mit der einzigen Sprache, die selbst selbstgerechte splittersehende Balkenträger verstehen – die Sprache des nonverbal vorgeführten „Ätsch, falsch gedacht, ich bin ganz anders, als Du es Dir bislang gedacht hast, nämlich BESSER !“

Das hat schon einmal hervorragend geklappt, das wird auch jetzt wieder klappen. Ich freue mich schon darauf.

15 Antworten to “Besserung erkennbar ?”

  1. eps Says:

    Mein Gedanke zu dieser Geschichte ist: nein es wurden keine Namen genannt, weil es keine zu nennen gab! Es wurde in einem anderen Thema am Rande allgemein über Motivationen und Gesinnungen von Personen gesprochen, die an Turnieren teilehmen. That’s it!


    • Eps, ich habe aber unglücklicherweise die Aussagen von B. und R. als doch sehr direkt auf mich gemünzt empfunden. Ich empfand das nicht mehr nur als „allgemeine Aussagen“, sondern schon als direkte Ansage, nur eben ohne Namensnennung. Das tat bzw. tut umso mehr weh, als das ich noch nicht mal sagen kann, das B. und R. unrecht hatten/haben und/oder ich ihnen nicht eine veritable Steilvorlage geliefert hätte. Aber nun, passiert ist passiert und ich ziehe mich nun eben zurück, werde bei Witti meinen Schreibtisch aufräumen und mich ansonsten auf`s Reitenlernen konzentrieren…

  2. Yvonne Says:

    galu, und auch wenn namen genannt werden wuerden – manchen schuh muss man sich nicht anziehen (oder anziehen lassen).

    keiner ist perfekt. weder du, ich erst recht nicht, oder all die tollen turnierreiter. es gibt immer jemanden mit mehr erfahrung, mehr wissen, und und und. man kann sich dann klein und dumm fuehlen, oder man kann akzeptieren dass man sich in einem lernprozess befindet. und lernen bedeutet fehler machen und auch mal umwege zu gehen & auszuprobieren.

    ich finde auch nicht alles gut was andere machen (und auessere dann evtl. auch mal eine gegenteilige meinung). andersherum ist das allerdings auch in ordnung. ich finde es dann zwar nicht toll wenn man mir vorhaelt wie sehr ich noch am anfang stehe was pferde und reiten angeht, habe dann auch im ersten moment die totale „ich bin ein versager“-vorstellung im kopf, aber komme dann meistens doch an einen punkt an dem ich das einfach als meinung x nehme, es mir neutral ansehe – und wenn ich dann daraus einen nutzen ziehen kann ist es gut, wenn nicht dann wird es eben in einer schublade meines gehirns abgelegt.

    das leben ist einfach zu kurz um sich zu viele gedanken ueber die eigene unzulaenglichkeit zu machen!


    • „ich finde es dann zwar nicht toll wenn man mir vorhaelt wie sehr ich noch am anfang stehe was pferde und reiten angeht, habe dann auch im ersten moment die totale “ich bin ein versager”-vorstellung im kopf, aber komme dann meistens doch an einen punkt an dem ich das einfach als meinung x nehme, es mir neutral ansehe – und wenn ich dann daraus einen nutzen ziehen kann ist es gut, wenn nicht dann wird es eben in einer schublade meines gehirns abgelegt.“

      Genau, und das ist auch eine gute Art, aber soweit bin ich noch nicht, unglücklicherweise. Ich wünschte, ich könnte, wie es mal jemand treffend formuliert hat, „weniger emotional“ reagieren, aber ich muß mich wohl erstmal damit zufrieden geben, das mich solche Aussagen von eigentlich Fremden wenigstens nur noch für ein, zwei Tage aus dem Gleichgewicht bringen und nicht mehr über Wochen und Monate. Meine Verdrängungsfähigkeiten sind in dem Bereich leider noch stark verbesserungsfähig.

  3. eps Says:

    ich respektiere deinen entschluß, du wirst mir aber sehr im witti fehlen. schnief

  4. Yvonne Says:

    ich habe mal wieder absolut noch nicht gesehen um welchen thread es ging weil ich mit dem nachlesen hoffnungslos hinterherhaenge – aber du wirst glaube ich nicht nur eps & mir fehlen…

  5. Yvonne Says:

    yipieeeh! bekomme ich jetzt lebenslang galu-blog-zugang? =)

    nochmal zum thema, nachdem ich jetzt nachgelesen habe.

    ich bin der meinung dass auch anfaenger turniere starten duerfen/koennen/sollen – genau dafuer gibts ja die einsteiger/novice/was auch immer-klassen. damit meine ich nicht, dass leute teilnehmen sollen, die ihr pferd nicht auf der spur (wie heisst das ding nochmal auf deutsch?) halten koennen oder 30m zum stoppen brauchen. aber nur weil mein pferd keine seitengaenge beherrscht oder spins oder nicht fliegend wechseln kann, darf ich nicht starten? absoluter quatsch…

    mein trainer meinte zu mir letzte woche (weil ich mal wieder am verzweifeln war), dass das turnier dafuer da ist zu sehen was ich kann im vergleich zu den anderen, zu erkennen wo schwaechen liegen, und dann darauf aufbauend auch zielgerichteter zu trainieren.

    ich werde mit meinem punktetier und in meinem altern (und mit der zeit die mir letztendlich zum reiten ueberig bleibt) niemals auf ein profi level kommen – na und? dafuer weiss ich aber dass ich mir alles selbst erarbeitet habe (und mir nicht meine eltern mit 10 ein quarterhorse mit ellenlangem stammbaum geschenkt und mir tausende von reitstunden bezahlt haben).

    und ich habe dich zwar noch nie auf einem turnier reiten sehen, aber von dem was ihc bisher gelesen habe wuerde ich dich definitiv nicht in die kategorie „spassreiter ohne sozialkompetenz“ einordnen.


    • Och, ich reite schon zum Spaß. Auch Turniere 😉

      Allerdings hatte ich sozusagen eine Art „Erweckungserlebnis“ in Sachen Westernturnier. Das war zu einer Zeit, als ich noch nicht ernsthaft in Erwägung zog, selber mal den Reitstil zu wechseln, also vor vielen Jahren…
      …ein kleineres C-Turnier, eine Pleasureprüfung, LK5A. Schon auf dem Abreiteplatz fiel mir eine Reiterin auf einem puscheligem Pony auf – ich gebe zu, hauptsächlich wegen ihrem crappy Hut (australischer Lederhut, uuuuuäääärgh !). Dann noch zu kurze Jeans, Jodphurstiefeletten !!! und ich weiß gar nicht mehr, was sie obenrum trug, ein Hemd ? Auch egal. Jedenfalls, ich hatte mir schon mein vorurteilsbeladenes Bild von ihr gemacht (der Huuuuhuuut !). In der Prüfung dann keine Überraschung: wer hatte schon im Jog alle Mühe, das Pferd vom Losrasen abzuhalten ? Wer mischte im Lope das Feld von hinten auf, wer mußte sein Pony insterburgern, damit es nicht über`n Zaun sprang ? Wer verlor beim Galoppspringhüpfen seinen Hut und wer wurde dann letzten Endes, bevor es Tote geben konnte, in die Mitte befohlen ? Genau. Und da habe ich mir eines vorgenommen: sollte ICH jemals mal ein Westernturnier reiten – ich wollte nicht SO ein Bild abgeben.
      Es ist mir ganz gut gelungen, denke ich, und ich habe bisher bei jedem Start etwas neues dazugelernt.
      Und in hoffentlich nicht mehr allzu ferner Zeit werde ich auch wieder angstfrei diese Gangart reiten können:

      Meinen Sitz werde ich nicht viel elastischer bekommen können, aber die springenden Zügel möchte ich gerne eliminieren…und vielleicht könnten wir noch etwas langsamer versammelter werden…na, mal sehen. 😉

      • Yvonne Says:

        stell mal dein licht nicht so unter den scheffel – das sieht doch schon sehr gut aus! =)

        ps. und „diese gangart angstfrei reiten koennen“ ist ja nicht nur bei dir thema. ich warte jedesmal drauf dass das buckeln losgeht…

  6. eps Says:

    Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge.

    Thomas Mann

  7. Emma41 Says:

    Ach Galu,
    du wirst mir fehlen bei Witti 😦 Ich habe mich schon über die ganzen x-en in deinen (alten) Beiträgen gewundert. Wir Tüpfeltierreiter dürfen uns doch nicht unterkriegen lassen. 😉
    Um es mit ein paar Zitate zu sagen:

    „Es gibt ebensowenig hundertprozentige Wahrheit wie hundertprozentigen Alkohol.“ Sigmund Freud

    „Ein Dutzend verlogener Komplimente ist leichter zu ertragen als ein einziger aufrichtiger Tadel.“ Mark Twain

    „Die Wahrheit ist eine Braut ohne Aussteuer.“ Francis Bacon


  8. Hey Emma,
    ich bin doch nicht aus der Welt. Und wer weiß…irgendwann kommt schon noch wieder ein Beitrag bei Witti, wo ich es dann doch nicht werde lassen können und mich zu Wort melden MUSS. Ich kenn` mich doch. 😉

  9. Emma41 Says:

    Na dann bin ich beruhigt. 🙂 Und ich verfolge natürlich fleißig weiter dein Blog.


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