Krämer Mega-Store „Hannover“

März 12, 2010

Hannover ? Harharhar ! Das ich nicht lache.

Barsinghausen-Bantorf, also 30 km weit draußen/außerhalb.

Gut, geschenkt, Ryanair fliegt ja auch  nach „London“ und dann fährt man noch stundenlang bis nach London hinein.

Aber sonst…ehrlich…hey…wenn eine große Firma nicht gerade ihre erste oder zweite Filiale eröffnet, sondern ihre zwölfte, erwarte ich eigentlich schon eine Organisation, die annähernd perfekt ist. Ich wurde enttäuscht.

Normal, das sich auf der Zufahrt zum Parkplatz eine Schlange bildet. Aber dann guckte ich am Fahrzeug vor mir in der Schlange vorbei – eine dicke Absperrung mit „Zufahrt gesperrt“-Schild drauf.

O.k., kein Problem, ich drehe um und will mir einen anderen Parkplatz suchen – nur um im Rückspiegel zu sehen, wie das andere Fahrzeug an der Absperrung vorbeigewinkt wird. Ey !!!

Wieder umgedreht – nö, für mich war die Einfahrt nach wie vor verboten, angeblich kein Platz frei.

„Biegen sie da vorne links ab und folgen Sie den Schildern.“

Aha.

Die Schilder führten mich dann mitnichten zu einem anderen Parkplatz. Sie führten mich in einer großen Schleife um das Gewerbegebiet herum, über eine Schlaglochpiste in`s….Nirgendwo. Parkplatz ? Irgendwelche Hinweisschilder ? Fehlanzeige. Am Rande einer grob geteerten schmalen Straße, die frei in ein Feld führte, stellte ich mein Auto ab. Hm, wie jetzt zum Krämer kommen ?

Zwei Möglichkeiten: entweder den ganzen langen eben gefahrenen Weg wieder zurücktapsen oder aber über einen gesperrten Bahnübergang und das S-Bahngleis. Klar, ich nahm den Bahnübergang, bezahlte die eingesparte Zeit aber mit erdverschmierten Schuhen, einer bis zu den Knieen eingesauten Jeans (schwarz !!! Also, schwarz ab dem Knie, darunter dann in einem freundlichen Babykackelehmbraun.).

Super Einstieg ! Das brachte mich dermaßen in Laune, das ich ernsthaft erwog, in den Laden zu gehen, mich auf einen Sattelständer zu schwingen und dort lautstark und für die Mehrheit der Kunden hörbar die Löschung meiner Kundennummer zu verlangen und meinen Protest durch das Abstreifen der Lehmreste an einem der schrottigen „Showsättel“ zu untermauern.

Glücklicherweise war ich bei Krämer aber mit einer weisen und ruhigen Freundin verabredet, die mich davon abhielt.

Pluspunkte gewann Krämer durch eine sehr nette Verkäuferin.

Scheinbar hatte sie auch in dem Gewühl, das rund um die „Sonderangebot des Tages“-Kartons herrschte, meine „ick-fress-ooch-kleine-Kinder-wenn`s-jetzt-auch-noch-meine-Größe-nicht-mehr-gibt“-Miene gesehen und brachte mir binnen weniger Sekunden einen Karton der Angebotsschuhe in meiner Größe. Wunderbarerweise paßten diese Schuhe mir recht gut, ich war wieder etwas versöhnt.

Der Rest des Ladens…nun ja. *seufz*

Krämer ist eben eine Kette. Kennt man einen Krämer-Laden, kennt man alle. Im Prinzip kann man sich den Besuch im Laden eigentlich auch sparen, denn die Standard-Krämer-Sachen sind genau so, wie sie auch auf zahlreichen Katalogfotos wirken: billig, dürftig verarbeitet und sehr häufig sieht man schlechte Imitationen bekannter Markensachen wie Old Sorrel oder Barefoot. Würden die sich wenigstens kräftig über den Preis symphatisch machen, ginge es noch, aber nein…*seufz*

Ich schätze, ich habe durch die reduzierten Schuhe in etwa meinen verfahrenen Sprit wieder „reingeholt“, aber ehrlich – ich denke nicht, das ich da so bald wieder hinfahren werde. Es gibt da nichts besonderes, nur Standardware und davon noch nicht mal alles – so habe ich z.B. keine Leovet-Sachen dort gesehen.

Beim zurück-zum-Auto-gehen sah ich dann noch kurz einen Springreiter sein Pferd für eine Shownummer abreiten. Ein Anblick, der sicherlich enorm beeindruckend nicht nur für mich war, sondern auch ein hervorragendes, lehrreiches und vorbildliches Beispiel von Reitkunst für die zahlreichen anwesenden Kinder und Jugendlichen. *hust*hust*

Von dem guten Mann konnte man wirklich Sparsamkeit lernen – scheinbar waren seine Zügel zu heiß gewaschen worden und dadurch auf Schaukelpferdzügellänge geschrumpft. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, sie trotzdem zu verwenden – wenn die Zügel nicht lang genug sind, muß sich eben der Pferdehals etwas kürzer machen, nicht wahr ?

Meine Nackenwirbel knackten aus purer Solidarität heraus im Galopptakt mit und ich überlegte, ob ich nicht dem Pferd mal unauffällig die Visitenkarte meines Einrenkers unter die Glücksradzäumung schieben könne.

———————

Hat jemand ehrlich geglaubt, ich wäre, selbst bei Krämer, nur mit einem Paar Schuhe herausgegangen ? 🙂 🙂 🙂

Natürlich nicht. 😉

———————-

Edit:

Der Bahnhof Bantorf liegt in fussläufiger Entfernung zum Mega-Store. Falls also jemand sich den neuen Krämer mal anschauen möchte und kein Auto/keine Mitfahrgelegenheit hat, kann das auch mit den Öffis erledigen – Fahrtzeit ab Hannover Hbf ca. eine Dreiviertelstunde, also kaum länger als mit dem Auto.

Auf der Website von Krämer findet sich natürlich bedauerlicherweise kein Hinweis auf diese alternative Anreisemöglichkeit.

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