American Cowgirl

August 31, 2010

So möchte ich auch alt werden ! 🙂

Na, warte. „Ich bin ja schlau“, dachte ich, „ich schneide ihr jetzt mal den Weg ab.“

Kein Problem für Pony, Pony kann frei besser stoppen und rollbacken als ein Reiner. Zumindest aus dem Trab. Und schneller als ponytraben brauchte sie auch nicht. Ich bin sehr leicht abzuhängen.

Gut, neue Taktik. Ich laufe ihr nicht mehr den ganzen Weg hinterher, sondern nur noch jeweils ein Stück, nach rechts und nach links. Mal gucken, was passiert.

Was passierte, war etwas, was man eigentlich eher für Geld von Nätscheräll-Horstmäns und -wummänns vorgeführt bekommt:

Freies Longieren.

Konkret: das Pferd läuft im Kreis herum, der Mensch steht in der Mitte und bewegt sich nur ein paar Schritte nach rechts oder links, je nach gewünschter Pferdelaufrichtung. Im Roundpen kann das ja jeder, aber auf freier Fläche ?

Ein Bild für die Götter – und die haben sich heute bestimmt auch schlappgelacht beim Anblick eines kleinen roten Ponys, das ihr Cowgirl in perfekter Manier ein paar Schritte nach links machen ließ. Und dann wendete und einen halben Zirkel in die andere Richtung lief, nur damit das Cowgirl ihr wieder ein paar Schritte nach rechts hinterherrennen konnte. Und das ganze mehrfach, es macht doch sooo einen Spaß !

Aber – das Pony ist zwar scherzbereit, aber auch sprachbegabt.

– to be continued –

Die kleine miese Pottsau

August 30, 2010

Ja, natürlich rede ich vom Pony !

(das Pferd wäre entsprechend die große miese…aber die ist zur Zeit brav, ich kann nicht meckern…)

Da macht man sich – mal wieder – Sorgen, das das Fell in der letzten Zeit doch etwas stumpf geworden ist…hach, denkt man sich, nun wird sie doch RICHTIG alt…man sollte sich evtl. doch mal wieder schlau machen, was man ihr an „Pülverchen“ und „Pröppelchen“ zur Nahrungsergänzung besorgen müßte…und ist nicht auch ihr Gang in der letzten Zeit etwas hakelig geworden ? Sollte ich sie nicht vielleicht jetzt schon eindecken, es ist doch so nass ? Das kann doch nicht gesund sein für sie, schließlich schläft sie ja auch noch draußen !

Und dann komme ich heute auf die Weide. Rufe das Pony, das die Nase ganz tief im Gras stecken hat. Wundere mich, das sie nicht schon am Weidetor stand, denn normalerweise kommt sie bereits angelaufen, wenn ich das Hoftor öffne.

Der kleine rote Kopf fliegt hoch. Ganz klarer, sprechender Gesichtsausdruck: „Mist, Frauchen ist da !“

Der Grund für das schlechte Gewissen bei ihr war dann sofort sichtbar: die rote Ratte hatte sich wieder selbst den Weidemaulkorb ausgezogen.

Normalerweise ist das kein Problem. Ich sammele den Maulkorb wieder auf und gehe zum Pony, das sich mit leidender, aber geduldiger Miene den Maulkorb wieder aufziehen lässt.

Heute ?

Neee, heute nicht. Es war heute ja auch nur das mieseste, nasseste, ekelhafteste Wetter überhaupt in den letzten Wochen, also:

die perfekte Gelegenheit für ein kleines, rotes und zu Scherzen aufgelegtes Pony, mir einmal wieder zu zeigen, das

a) man kleine rote Ponystuten altersunabhängig NIEMALS unterschätzen sollte und

b) um mich daran zu erinnern, wer in unserer Beziehung wirklich das Sagen hat und

c) man an solchen mieswettrigen Tagen wie heute als Mensch keine Hoffnungen auf Ponygnade haben darf.

„Maulkorb ? Neee, ohne mich !“, sprach`s und sprintete weg. Nicht weit weg, nein, sie ist ja nicht doof. Gerade weit weg genug, das ihre Zeit für ein Maul voll Gras und ein freches Grinsen über ihren Ponypöter hinweg reichte, bis ich ihr wieder zu nahe kam.

Wieder Sprint, wieder Gras. Wieder GRINSEN. 😦

(ich mache da keine Scherze, die kann wirklich grinsen ! Und „nänänänäääänääää“ machen !)

Na, warte. Ich bin ja schlau, dachte ich, ich schneide ihr jetzt mal den Weg ab.

– to be continued –

Neues Turnieroutfit

August 27, 2010

Für den Fall, das jemand nochmal auf dem Abreiteplatz „Lächeln ! Reiten macht Spaß !“ sagt. 😉

Nett vs. nicht so nett

August 24, 2010

Nett:

Nicht so nett:

Ein weiteres Thema für`s Wintertraining – Übergänge. Mehr Übergänge ! Noch mehr Übergänge ! 😦

Ängste überwinden

August 23, 2010

Der Kerl und ich im Auto unterwegs. Wir kommen an einer Weide vorbei.

Er so: „Guck` mal. Die Wiese ist voll mit des Pferdes Lieblingstieren *…“

* Kühe. Und das mit dem „Lieblings…“ war ironisch gemeint. Das Pferd hat eine ausgeprägte Kuh-Phobie, bevorzugt ängstigt sie sich vor Schwarzbunten.

Ich so: *grüblerisch* „Ja…da müssen wir uns auch mal drüber hinwegarbeiten, über diese Angst. Vielleicht belege ich mal einen Cutting-Kurs mit dem Pferd ?“

Er: guckt skeptisch.

Ich: „Warum guckst Du so ? Meinst Du, eine Konfrontationstherapie wäre nichts für das Pferd ?“

Er: „Hmmm…willst Du sie nicht erstmal langsam an Rinderkontakt gewöhnen ?“

Ich: „Häh ? Wie, langsam ?“

Er: „Nun, Du könntest doch erstmal anfangen, in ihrer Nähe Steaks zu grillen…“

Es kann kaum teurer werden

August 20, 2010

…als das letzte Wochenende. Also – dieses Wochenende, meine ich.

Letztes Wochenende – das Pferd und ich auf einem Turnier.

Bekanntes Gelände, wir waren letztes Jahr schon da und waren recht erfolgreich. Unerwartet, ungeplant, denn letztes Jahr ging es mir bei dem Turnier eigentlich nicht um`s Turnier selber, sondern nur um das Verladen für die Fahrt zum und vom.

Dieses Jahr hatte ich andere Ängste. Zwei Prüfungen waren genannt, Pleasure und Horsemanship. Letzteres eigentlich nur, weil die Prüfung am gleichen Tag war wie die Pleasure. Sonst bin ich kein großer Fan von Horsemanshipprüfungen – wer bekommt schon gerne bescheinigt, das er bzw. sie nur Murks reitet ? 😉

Pleasure ist kein Problem, bei der Pleasure wird das Pferd bewertet. Und welcher Richter kann schon dem Charme, der Grazie und Eleganz des besten Pferdes der Welt widerstehen ?

Ein Richter konnte es dieses Jahr nicht, wir hatten also schon eine blaue Schleife und waren somit „nur noch“ zwei Schleifen vom Aufstieg in die LK4 entfernt.

Bei dieser Pleasure hatte ich keine großen Sorgen, das ich gewinnen könnte. Eine andere Reiterin fiel mir mit ihrem Pferd schon auf dem Abreiteplatz auf – sehr elegantes und gut herausgebrachtes Pferd, sie gewann dann auch folgerichtig die LK5-Pleasure…und mein Pferd belegte accidentally den zweiten Platz. *schluck*

Two down, one to go….

Schande, konnte ich denn ahnen, das meine Turniernerven mich insofern im Stich lassen würden, als das sie sich rechtzeitig zum Beginn der Horsemanship verabschiedeten und mich entspannt und ausgeglichen zurücklassen würden ?

Das war nicht geplant, das meine Vorstellung in der Horsemanship nochmal für den zweiten Platz reichen würde !

Zu den knappen fünfzig Euro an Startgebühren kommen jetzt also noch die Gebühren für meinen EWU-Beitritt und die Registrierung vom Pferd als EWU-Turnierpferd hinzu, was DIESES Turnier als das teuerste Turnier bislang in meine persönlichen Annalen einziehen lässt. 😦

Ruhig, ganz ruhig II

August 18, 2010

aus den Kommentaren:

„wie kriegst du denn die tuepfeltante ruhiger wenn kein stoppelfeld zur verfuegung steht?“

Fortsetzung:

2. gemeinschaftlich ausreiten

Da ist „ruhig“ gar kein Thema. Das Tüpfelmädchen ist dann ganz Herdentier und einfach nur glücklich, das sie nicht alleine ist.

Praktisch veranlagt (=faul) wie ich bin, nutze ich das in Phasen vermehrter Hibbeligkeit beim Pferd gnadenlos aus. Die größten Probleme (=Schreckobjekte) schrumpfen auf Shettygröße, wenn bloß jemand anderes noch mit dabei ist. Egal, ob es ein großer Warmblutwallach mit mäusekleinem Herzen (erschreckt sich gerne, leicht und schnell), eine arabische Zickenstute oder meinethalben auch der Kerl zu Fuß ist.

Hat man unter dem imaginären Schutzschirm, den eine Begleitung für das Pferd darstellt, erfolgreich das Programm „ich bin sicher, wenn Frauchen dabei ist“ installiert, kann man viel leichter daran arbeiten, sich auch alleine den alltäglichen Ausritt- und sonstigen Gefahren zu stellen. Bietet sich daher für Dich die Gelegenheit, sich an einen erfahrenen anderen Reiter und sein hoffentlich bierruhiges Pferd dranzuhängen – unbedingt machen. Schaden tut`s auf keinen Fall, für den Anfang eine solche „Krücke“ zu benutzen. Man darf sich nur nicht dauerhaft davon abhängig machen.

Mit Begleitern beim Ausreiten habe ich es hinbekommen, das ich nicht immer gleich das große „P“ in den Augen habe, wenn das Pferd hektische Tage hat. Es sieht noch nicht 100% harmonisch aus, wenn ich das Pferd an einem dieser Tage ausreite oder – Steigerung – dabei sogar versuche, sie zu einem nicht Hamburg-Bahrenfeld-würdigem * Trab zu überreden. Aber ich bin zuversichtlich, das sich dies mit etwas mehr Praxis irgendwann erledigt haben wird – und damit tut sich auch schon gleich eine weitere „Methode“ auf, mit der man das Tüpfelmädchen ruhiger bekommt, Stichwort „stures Machen“, dazu schreibe ich später nochmal etwas.

– to be continued –

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Hamburg-Bahrenfeld: da gibt es eine Trabrennbahn. Und wenn das Pferd und ich einen dieser unsäglichen „Huääääch-ich-muß-weg“-Paniktage haben, dann wird das Pferd zum Renntraber, wenn man nicht aufpaßt. Bin mir sicher, das ein entsprechend kundiger Gangpferdereiter sie dann auch in einen Rennpaß legen könnte, will dieses Gespenst aber gar nicht weiter beschwören…

Kosenamen

August 15, 2010

Es gibt sie wirklich, diese Momente in einer nicht mehr jungen Beziehung…diese Momente, in denen man den Partner noch mit Kosenamen belegt. Nicht mit solchen harten und gemeinen Sprachkonstrukten wie „alter Sack“ oder „dämliche Ziege“, nein, mit sanft, liebevoll und vor allem zärtlich ausgesprochenen Kosenamen.

In einem dieser raren Momente (und ich lege Wert auf die Feststellung, das Kerl und ich zu dem Zeitpunkt voll bekleidet waren und auch keine Absicht hatten, diesen Zustand demnächst zu ändern) raunte ich in zuneigungsbekennender Absicht dem Kerl die Worte

„mein kleiner Hengst“

in`s Ohr.

Er riss die Augen weit auf.

„Ich…ich bin kein kleiner Hengst.“

Ich: „Äh…ja aber, was dann ?“

Er: „Ich bin ein Friesen-Mix !“

Das hat frau davon, wenn sie im Vorfeld mit dem Kerl geeignete Reittiere für seine Türsteher-Figur durchdiskutiert…der lernt einfach zuviele unromantische Worte dabei !

Gib` Gas, Pferd !

August 12, 2010

In geschützter Umgebung sieht das dann so aus:

Fühlt sich klasse an. Setzt allerdings eine losgelassene Stimmung und einen allgemein guten Tag voraus. 😉

(und ja, ich weiß, der Galopp ist etwas „gelaufen“ – aber das wird noch besser werden mit der Zeit. Erstmal bin ich froh, das die dritte Gangart nicht mehr ganz so angstbehaftet ist.)