Move into the punch II

August 9, 2010

So kam es dann zum inneren Dialog, „good cowgirl“ versus „bad cowgirl“:

GC : Du solltest jetzt besser absteigen und nach Hause führen. Du bist so aufgewühlt jetzt, Du tust gleich wieder was, was Du nachher bereust. Und Pferd kann und weiß es doch nicht besser, DU bist schuld, wenn das nicht so klappt, wie es soll.

BC: Ey, aber sonst geht`s noch, ja ? Der Mistbock hat gefälligst zu funktionieren und zu machen, was DU sagst ! Verwöhntes Blagenmistviech, sowas von stur und es ist ja wohl nicht so, das der Scheissdrecksgaul
nicht langsam galoppieren könnte, die WILL bloß nicht ! Zeig dem Klepper, wo der Hammer hängt !

Ich habe mich dann mit mir selbst auf einen Kompromiss geeinigt.

Nicht absteigen, nicht nach Hause führen, aber auch nicht mit Gewalt was durchsetzen…ich habe
einfach ein kurzes Gebet gen Himmel geschickt, das ich bitte noch nicht heute sterben möchte (und bitte auch keine schweren Verletzungen außer eventuelle Ego-Schäden davontragen möge).

Das Stoppelfeld „du jour“ war schon weitestgehend abgecheckt, keine größeren Löcher (bzw. das, was es gab, gedachte ich kunstvoll zu umgehen), keine allzu üblen Treckerspuren.

Und dann habe ich einfach die Zügel langgemacht, mich hingesetzt (nicht wie sonst leicht entlastend, sondern wie von einer bösen noch nicht ganz so alten Frau mal angeraten und ich gebe zu, ein bißchen „böses“ Cowgirl hat da auch mitgespielt – Grundgedanke: soll das Pferd sich doch ruhig etwas
anstrengen !) und das Pferd laufen lassen.

Es sah erstmal nicht schön aus. Das Feld wurde doch sehr schnell sehr kurz und wie wir dann jeweils kurz vor Feldende in die Wendung gezirkelt sind, war auch kein Meilenstein der bundesdeutschen Reiterei, neinnein.

Aber als erstmal der Groschen gefallen war – bei mir der „galoppieren ist möglich ohne zu sterben“-Groschen und beim Pferd der „shit, ich muß tatsächlich mal mehr galoppieren als 50 Meter am Stück ? Ieeeeh, das ist ja
anstrengend, da sollte ich vielleicht doch mal eher hinhören, wenn der weibliche Passagier Cowgirl
„eaaaaasy“ sagt“-Groschen – …..

ja, also dann war`s noch recht schön.🙂

Ich habe Pferd zwei, drei Runden galoppieren lassen, bis ich merkte, das sie etwas müde wurde und wieder „hörte“, dann bin ich noch einmal Stoppelfeld rauf und runter und habe dabei zwei, drei Mal nochmal Gas und
Bremse auf ihre Funktion hin überprüft (DANN ging`s !) und dann war auch Feierabend.

Schön anzusehen war das für einen außenstehenden Betrachter nicht und ich bin auch nicht so sehr stolz darauf, das ich das derart unelegant (und wohl auch nur temporär) gelöst habe, aber verflixt nochmal, wenn jemand daneben stehen und mein Patschehändchen halten würde, hätte ich solche Probleme erst gar nicht !

So aber mache ich meinen eigenen Bockmist und muß dann eben auch alleine sehen, wie ich das wieder gerade ziehe – bislang gelingt das noch halbwegs, finde ich auch ganz gut, meine Güte, ist schließlich nicht
Atombombenbau, sondern „nur“ Reiten.😉

3 Antworten to “Move into the punch II”

  1. Yvonne Says:

    ich finde das mehr als professionell geloest! meine wenigkeit waere in panik ausgebrochen (hilfe, bremse funktioniert nicht!!) und stattdessen im schritt heimgeritten in der hoffnung dass nichts schlimmes passiert & punktetier sich nicht ueber irgendwas aufregt und ausflippt.
    laufen lassen & vor ende des stoppelfeldes in die kurve gehen hat fuer mich gerade etwas sehr ehrfuerchtiges… =)))


  2. Ich war stocksauer, heimreiten kam daher nicht in Frage.😉
    Aufregen und Ausflippen – das muß wirklich was tüpfeltypisches sein, das höre ich von Buntpferdebesitzern öfter und kenne das auch selbst sehr gut – Lieblingsmanöver vom Pferd in dieser Stimmungslage „Vollbremsung + Rollback“. Auf jedem Untergrund, notfalls auch auf Asphalt. DAS bringt den Adrenalinspiegel auf Himalayahöhen…😉

  3. Yvonne Says:

    ohhh, ja! same here!! also wirklich tuepfel-tier-spezifisch. =) in der bahn konnte ich ihn noch nie zu einem wirklich turnierreifen rollback bewegen (dh. bevor ich wusste dass sein ruecken nicht so will wie er! *nur als disclaimer bevor jemand falsche schluesse zieht*) – aber in freier wildbahn funktioniert das prima! pferd geht in die knie und es folgt eine saubere 180 grad drehung in einer geschwindigkeit dass mir hoeren&sehen vergeht. (was bin ich froh dass ein westersattel mit horn geliefert wird!!)

    wie kriegst du denn die tuepfeltante ruhiger wenn kein stoppelfeld zur verfuegung steht? ich komme jetzt ja auch langsam wieder in die verlegenheit mir strategien suchen zu muessen… und momentan regt ihn dank seiner auszeit sogar der normale hofbetrieb auf (da er ja ewig nur auf der entlegenen koppel mit ebenfalls fusskranken kumpels stand)… er wird dann mal locker einen halben meter groesser, kopf hoch erhoben (so dass ich nicht mehr an die ohren rankomme – nur mal als vergleichsmasstab) und eine ballerina waere nichts gegen seine trippelschritte (auch wenn sie wohl nicht die selbe puff-atmung haette *gg*). er sucht dann regelrecht nach gefahren & dinge ueber die er dann panisch werden kann und bringt sich in einem zustand, in dem ich schon vorsichtshalber allen leuten bescheid sage doch bitte momentan abstand zu halten weil punktetier mit sicherheit ohne vorwarnung zur seite springt/dreht oder rueckwaerts geht (ohne vorher zu sehen ob da nicht jemand im weg steht!).

    „eaaaasy“ wird dann gerne ueberhoert, streicheln & anderes beruhigendes handauflegen ignoriert, „back“ fuehrt zu *ohgottichhabdiegefahrnichtgesehen-panik*. weitere strategien die ich noch ausprobieren muss sind: ablenkung (fuuuutter) und bauch kratzen (naja, was probiert man nicht alles – und wenigstens auf der wiese entspannt er sich damit ja!).

    die „natural horsemanship“ trainerin meiner stallkollegen schlaegt bei sowas „lateral work“ vor – aber das faellt ja krankheitsbedingt aus (ich will ja nicht sofort wieder seinen ruecken ruinieren!). und im kreis schicken oder rueckwaerts bringt bisher noch nicht den gewuenschten effekt…


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