Ruhig, ganz ruhig… I

August 12, 2010

aus den Kommentaren:

„wie kriegst du denn die tuepfeltante ruhiger wenn kein stoppelfeld zur verfuegung steht?“

Gute Frage. Kommt immer darauf an, WIE unruhig das Pferd ist – es gibt Zustände, aus denen kriege ich sie wieder problemlos raus, dann solche, die etwas Arbeit erfordern und dann noch solche, die ich bislang als hoffnungslos ansehe. *schäm*

Ich schildere das mal an Beispielen:

1. alleine ausreiten

Grundsätzlich kein Problem, Pferd ist allerdings etwas mehr „on the edge“ als in Gesellschaft, soll heißen, mehr Grundanspannung.

Lösung: selber ruhig bleiben.

Nicht einfach, aber mit der Zeit bekommt man es hin – man übt sich in Selbsthypnose à la „ich bin ganz ruhig. Alles ist in Ordnung.“, Sachen wie bewußtes Atmen (tief in den Bauch hinein) etc. helfen auch.

Dann – technisch aufrüsten. Heißt bei mir:

– Reithelm + Schutzweste. Wenn man fällt, sind die wichtigsten Partien geschützt.

– Handschuhe. Man kann den „Grip“ an den Zügeln nicht so leicht verlieren, falls das Pferd sich auf`s Gebiss legt und abgehen will. Außerdem hat man eine bessere Chance, die Zügel in der Hand zu behalten, falls man fällt.

– Vorderzeug. Wenn man fällt und auch der Custom-Made-Sattel zu verrutschen droht, verhindert das Vorderzeug den „worst case“, nämlich den unter den Pferdebauch rutschenden Sattel. (so zumindest meine stille Hoffnung, ausprobieren mußte ich das noch nicht)

– Gamaschen an allen vier Beinen, zumindest dann, wenn man mehr als die übliche Schrittbummelrunde um`s Dorf reiten will. Keine Ahnung, wie`s bei anderen Pferden ist, aber mein Pferd achtet NICHT mehr darauf, wo und wie es seine Füsse setzt, wenn erstmal Angst da ist. Sie ist dann ganz Fluchttier und muß ganz dringend weg.

Der Trick dabei ist dann nämlich, das man sich völlig ruhig sagen kann: „Ich habe alles Technische für die Sicherheit getan, was möglich ist – es kann jetzt nichts mehr passieren.“ (kann`s natürlich grundsätzlich doch, muß man sich selber aber ja nicht unbedingt dran erinnern… *grins*)

Dann – selber vorausschauender reiten. I.d.R. kennt man ja sein Ausreitgelände nach einiger Zeit und weiß, wo die klassischen Erschrecker lauern.

So gibt es z.B. mehrere Grundstücke mit freilaufenden und stimmgewaltigen Hunden bei uns im Dorf.
Tauchen die ohne Vorwarnung auf und machen Rabatz, kann auch das eigentlich hundefreundliche Pferd einen Schrecksatz machen.

Ich schaue, ob die Hunde sichtbar sind und wenn ja, fordere ich das Pferd mit ein, zwei leichten Impulsen von Stimme, Schenkel und ggf. Zügel auf, sich doch bitte einen Ticken mehr auf mich zu konzentrieren. (gut, um ehrlich zu sein, ich mache das auch dann, wenn ich die Hunde nicht sehe…)
Wenn Pferd gerade einen ruhigen Tag hat bzw. das Wetter entsprechend günstig ist (also nicht windig), dann reicht auch das schlichte Ansprechen à la: „Pferd, paß bitte auf, da vorne wohnt der Hund.“

Das Pferd hat eine gewisse Grundangst vor dem Alleinesein. Macht man ihr klar, das sie NICHT alleine ist (wodurch auch immer – Stimme, Schenkel, Zügel…), das „ihr“ Mensch bei ihr ist und Hüfchen hält, dann ist eigentlich schon alles geritzt. In Gesellschaft ist Pferd mutig, gelassen und im Einklang mit dem Universum, dann geht praktisch alles.

– to be continued –

3 Antworten to “Ruhig, ganz ruhig… I”

  1. katerwolf Says:

    dann habe ich jetzt was bei dir gelernt. ich habe mir erst diese woche nach einer irre langen pause ein pferd gemietet und fummel mich grad wieder so ein.

    liebe grüße, katerwolf


    • Oh, dann bist Du ja in einer wunderbaren Phase ! Also, in dem Bereich, in dem man einerseits irre Probleme mit Muskelkater und hat, andererseits aber wahnsinnige Fortschritte im Vergleich zu später macht…genieß` das, so toll kommt das erstmal nicht wieder.😉

      Bei pferdigen Problemen egal welcher Art immer daran denken: 1. ruhig bleiben. Ruhig bleiben ist bei einem sensiblen Fluchttier wie einem Pferd schon mal die halbe Miete.
      2. der Weg ist das Ziel. Soll heißen: es gibt kein Endziel beim Reiten. Auch keine von wem auch immer festgesetzten Zwischenziele. Es gibt nur ein Streben nach Harmonie und nach vorne. Man hadert niemals mit Fehlern, man lernt aus ihnen. Überhaupt – Reiten ist Zen.😉

      • katerwolf Says:

        haha😆. na, ich bin mal gepannt, wie es noch so wird. im moment freue ich mich einfach nur, dass ich wieder reite und so ein braves hottehü gefunden habe. carlchen scheint mir erstmal ziemlich nervenstark zu sein. hoffe, sie bleibt es!

        liebe grüße, katerwolf


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