Regenherbst

Oktober 19, 2010

Mieses Wetter, regennass und nebelig alles und überhaupt wird es viel zu früh dunkel, das gehört verboten !

Das Pony kriegt immer, wenn ich kommt, „quality time“, soll heißen – sie darf ohne Maulkorb fressen. Die Böschungen an unserem Reitplatz geben als einziger Ort derzeit noch etwas ponypickenswertes her.

Sie hatte, als ich sie im Dunkeln wieder vom Platz holen wollte, schon eine gewisse Fresszeit hinter sich – keine Garantie dafür, das sie sich nicht trotzdem durch Flucht dem wieder Bemaulkorbtwerden entziehen möchte, aber man hat eine faire Chance.

Dann steht man da im Dunkeln. Es nieselregnet, man hat natürlich KEINE Gummistiefel an und der Gedanke, jetzt mit der Handytaschenlampe (gefühlte Leuchtkraft ungefähr die gleiche wie bei einem Feuerzeug in der abgedunkelten Arena auf Schalke) noch ein renitentes Pony einsammeln zu müssen ist nicht hübsch.

„Poooooonyyyyyy ! Pony, kommalher, kohoooom, kohooooom !“

Pony steht am anderen Ende des Reitplatzes und wirft den Kopf hoch.

(Oh nein. Das macht sie immer, bevor sie abhauen will.)

Steigt die Böschung runter, taucht in`s Dunkel des Reitplatzes ab, ich höre das Raschel-Raschel-Geräusch ihrer Regendecke, trippeltrappel kommt sie die Böschung wieder hoch, bleibt vor mir stehen, im Gesicht wieder dieser Gesichtsausdruck:

„Hier bin ich ! Was gibt es denn – Leckerlie ?“

Es gab gleich eine ganze Handvoll – soviel Kooperationsbereitschaft muß unbedingt belohnt werden und auf Leute, die einwenden, das man ein Pferd nicht aus der Hand füttern sollte, weil man sich sonst einen Beißer/Bettler/sonstwas erzieht – da pelle ich mir schon länger ein Ei drauf.

Hey, das Pony ist 28, schmiede-, verlade- und sichaufderWeidezumindestvonmirfangenlassenfromm, mehr braucht sie nicht mehr können und wollen.

2 Antworten to “Regenherbst”

  1. Emma41 Says:

    Schöööön. Da geht einem ja das Herz auf🙂. Bei Emma geht zur Zeit auch das Herz auf wenn sie mich sieht. „Ja, es gibt gleich wieder Banane!“ scheint sie dann zu denken. Zum Glück ist sie verfressen und so sind Globuli und co. leicht rein zu bekommen. Vom Gras würde ich sie damit wahrscheinlich nicht weglocken können, aber von einem Paddock funktioniert es schon mal🙂


  2. Letzten Endes ist es doch egal, warum die Pferde ankommen – Hauptsache, sie tun es und ersparen einem so Fußmärsche. Schließlich sind wir Reiter und keine Fußgänger.😉
    Das Pony scheint übrigens beschlossen zu haben, das das im Artikel beschriebene Wohlverhalten etablierenswert ist – sie kam heute wieder auf Zuruf hin an. So ein braves Pony, ich war ganz begeistert.🙂


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