Pferd zu verkaufen

April 6, 2011

Nein, nicht meines, sondern das einer guten Freundin.

Sie hat ihr Pferd bei ehorses.de unter der Anzeigennummer 256969 eingestellt.

Eine todschicke, sehr kluge Stute, von der Attitüde her etwas hoheitsvoller als „das Pferd“ 😉

Als Jungpferd direkt vom Züchter gekauft und seitdem immer scheckheftgepflegt + sehr artgerecht mit viel Auslauf gehalten. Herdenverträglich.

Ich habe mal auf dem Reitplatz draufgesessen – und war überrascht, wie fein sie eingestellt ist. Obwohl sie sonst nur von ihrer Besitzerin im Gelände geritten wird, kam ich auf Anhieb mit ihr zurecht. Die Stute bemüht sich extremst, einem alles recht zu machen, ein ausgesprochen aufmerksames Pferd, trailmässig sehr begabt.

Sie wäre das perfekte Pferd für eine/n anspruchsvolle, hauptsächlich an längeren Geländeritten interessierte/n Freizeitreiter.

Warum ich das Wundertier nicht selbst kaufe ?

Ganz einfach. Es fehlt an Zeit, vor allem aber an Geld. 😦

Never ending Kummer

April 3, 2011

Sozusagen. Nein, den Pferden geht`s glänzend, die kriegen von dem Theater, was die Zweibeiner veranstalten, glücklicherweise nichts mit. Zumindest nicht direkt. Indirekt schon.

 

Pferd kriege ich quasi kaum noch weg von mir, die will mir wahlweise auf den Arm springen, tröstend die Mähne kraulen, mich mit dem Hals an ihre Schulter klemmen (ihre Version einer Umarmung) und ganz allgemein ist sie in der letzten Zeit so sehr lieb und artig, das es einem schon fast unheimlich vorkommt. Kann mich gar nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal gebuckelt hat. Kann mich nicht daran erinnern, das jemals ein Verladetraining so unspektakulär ablief wie an diesem Wochenende. Kann mich nicht daran erinnern, das sie jemals beim Passieren unserer Lieblingsschreckstelle im Gelände (das Pferd und Paarhufer, das geht einfach nicht !) so wenig Terz wie heute gemacht hätte.

 

Sogar Pony merkt was. Sogar das Pony will derzeit schmusen und wie man vielleicht ahnt, ist das nicht nur sehr selten, sondern auch sehr bemerkenswert. Pony und Schmusen, das ist wie…wie…wie….mir fällt kein Vergleich ein, der drastisch genug wäre.

 

Dabei wäre alles ganz einfach.

 

Es müssten nur

 

a) die Menschen bei meinem Broterwerb einsehen, das bestimmte Sachen nicht gehen und

 

b) diese eine Person im Stall des Ponys *selbstzensiertdadanndochzuheftig* oder

 

c) ich mir ein Fell zulegen, das dicker ist als zwanzig aufeinander gestapelte Christ Lammfellpads.

 

Wahlweise ginge natürlich auch ein gescheiter ( = zweistelliger) Lottojackpot. 😉

 

Ich will mich nicht wegen wie auch immer gearteter oder zustande gekommener Umstände zwischen Pony und Pferd entscheiden müssen, weil ich ahne, wie die Entscheidung ausfällt. Ich liebe meine Pferde und tue sehr viel für sie, aber letzten Endes kommt Mensch vor Pferd…und vor Pony. 😦

 

 

——

 

 

Sorry, das mußte jetzt mal raus.

 

 

 

 

 

Es wird Frühling…

März 21, 2011

…und das Pferd geniesst die ersten warmen Sonnenstrahlen.

 

Just another word…

März 6, 2011

Er ist mal wieder mit zum Stall gekommen – zum „neuen“ Stall, also dem, wo das Pferd derzeit zwecks Wintertraining weilt.

Das Pferd steht am Putzplatz, er steht außerhalb der Schlagweite der Hinterhufe (nicht, das Pferd sowas machen würde, aber man weiß ja nie…) und guckt mir zu, wie ich das Pferd aus seiner Winterdecke pule.

Er: „Du…sie hat da hinten was.“

Ich: (gerade damit beschäftigt, dem Pferd die Decke über den Kopf zu ziehen)

„Was, Stroh im Schweif ?“

Er: „Ähm…nein…“

Ich: (immer noch vorne am Pferdekopf)

„Ja, was denn ?“

Er: *druckst* „Äh, nun jaaa….äh…sie hat da ein paar … äh…stable stains.“

Ich: „???“ , bin vorne fertig und gehe nach hinten, um die Sachlage zu prüfen.

„Ach sooo…sie hat KACKEFLECKEN am Po.“

Er: „Ihr Reiterinnen…so erfrischend direkt in eurer Ausdrucksweise !“ 🙂

Man weiß…

Januar 1, 2011

…das man bescheiden geritten ist, meistens ja auch selber.

Wenn einen aber nach dem Reiten ein Trainer – noch nicht mal der „eigene“, sondern ein anderer, der eigentlich auch eher mehr der Typ für lockere Sprüche ist und weniger für ultraernsthafte Ansagen – fragt, ob er einem mal einen Tip geben dürfte…

…spätestens dann weiß man, das das eigene Gereit heute extra mistig war. :-/

Nicht, dass das Pferd was dafür könnte. Im Gegenteil, die bemüht sich zur Zeit ganz besonders, mich daran zu erinnern, das ich bitte etwas lockerer sitzen möge, insbesondere beim Angaloppieren.

Nun müßte ich ihr nur noch beibringen, mir den Satz „locker bleiben, Reiterlein“ mit einer anderen Geste zu vermitteln. Buckeln ist eher kontraproduktiv.

…oder auch „Update II“.

(Nebenbeibemerkung vorab: freut mich, das andere Leute sich durch meine Texte (und Abkürzungen) inspirieren lassen. Wie war das doch gleich – Imitation ist auch eine Form der Anerkennung ? )

Eine für fünf Minuten freie Halle, zwei Stuten und ihre Besitzerinnen. Ja, jetzt kann die Luzie abgehen, yeeehaw !

Was abging, waren dann allerdings nur die Führstricke von den Halftern und sonst nicht viel.

Die Jungdame wollte vorrangig eines – raus. In der Halle gibt`s nicht zu fressen, bewegt hatte sie sich im Vorfeld auch schon und die Tüpfeltante, die schüchtern im Hintergrund stand, war uninteressant.

Mein Pferd wollte auf den Arm. Ihre Lieblingslösung, wenn ihr eine Situation nicht ganz geheuer ist und/oder sie nicht weiß, was sie machen soll. Wie ein Kindergartenkind mit Integrationsproblemen – „will heim, Mama !“ oder so in der Art.

Wir standen ratlos da. Hallooohoooo, integration anyone ? Wir machten das, was eigentlich nicht im Protokoll stand – wir packten die Pferde an den Halftern und nötigten sie zu einem zwangsweisen Nase-Nase-Kontakt.

Es passierte wieder nichts. Gut, es wurden wechselseitig die Ohren angelegt, aber sonst ? Nichts.

Einige Join-up-Imitationen (Pferd: „Wo Du hingehst, da will auch ich hingehen, Frauchen“ – war nicht geplant, die ist einfach so) später hatten wir sie dann immerhin schon so weit, das Jungdame dem Pferd sagte: „Pferd, Du nervst, geh` nach links.“ – und das Pferd ging nach links. Woraufhin dann Jungdame dem Pferd sagte: „Pferd, links will ich Dich aber nicht haben, geh` mal nach rechts.“ – und das Pferd ging nach rechts.

Einen Tag später wiederholte sich auf dem den beiden Mädels zugesagten Paddock dann das gleiche Spiel. Die Jungdame gab die Richtung an und das Pferd sagte nur „Aye, aye, Ma`am.“

Bis heute ist das auch so geblieben, zumindest sind an beiden Weibern keine Kampfspuren festzustellen und es kamen auch keine Rückmeldungen von SB und den Stallkollegen, das sich da Bitchfights abspielen würden. Und angesichts der Tatsache, das sich die beiden, trotz der klaren Rangverteilung, neulich am Putzplatz für menschliche Ohren freudig klingend angewiehert haben, kann man, denke ich, die Integration bzw. Vergesellschaftung des Pferdes mit ihrer Paddockpartnerin als erfolgreich durchgeführt betrachten.

Und mir bleibt die Erkenntnis, das der Spruch „Wie der Herr, so`s Gescherr“ auf das Pferd und mich nun so gar nicht zutrifft. Das Pferd ist viel lieber und zugänglicher als ich, ich bin eher grumpy… 🙂

Kulturschock *

November 9, 2010

The reason why es hier in letzter Zeit so still war.

Und da ich immer noch mit dem Verdauen der Überschrift beschäftigt bin und damit, dem besten Pferd aller Zeiten bei der Umgewöhnung das Hüfchen zu halten und ihr beruhigend zuzureden, gebe ich das Wort ab an einen Meister der modernen U-Musik. Sting, der alte Schniekefinger hat zwar sicherlich noch nicht aus den Gründen wie ich nun den Stall gewechselt, aber dieses Lied schmiegt sich sehr hübsch um einige meiner Gedankengänge aus der Prä-Stallwechsel-Zeit:

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* ah-ah, nicht schlecht von mir denken, bitte. Erstmal die Definition bei Wikipedia nachlesen. Und dann noch von mir gesagt bekommen, das der Wechsel von „kleinem Stall mit einstelliger Pferdeanzahl“ nach „großer Stall mit deutlich zweistelliger Pferdeanzahl“ für Zwei- UND Vierbeiner krass ist. Das muß man erstmal verknusen.

Immer ich !

Oktober 3, 2010

Mitleid bitte, Mitleid ! 🙂

Reiterralley bei bestem Oktoberwetter.

Im letzten Jahr war noch alles dabei – Regenmantel am Sattel, Wechselklamotten im Auto.

In diesem Jahr die Sparausstattung, soll heißen: das, was Pferd und ich am Leib trugen und sonst nichts.

Überflüssig zu sagen, das wir dieses Jahr natürlich wettermässig gesehen die goldene A-Karte gezogen hatten: allgemein diesiges Wetter mit Regenschauern, Wind und…na, Kälte nicht, aber Kühle.

Und wenn solche lustigen Aufgaben kommen wie der Colakistenslalom, wo man sozusagen über sein Pferd von Kiste zu Kiste klettern muß…

…auf wen wird da gezeigt ?

Genau. Auf die mit dem kleinsten Pferd im Team.

„Mach` Du mal, Du hast doch ein cooles Westernpferd !“

Die arme Pferd war ganz verwirrt.

„Frauchen, rauf oder runter ? Kannst Du Dich mal bitte entscheiden ?“

Haltet mich, fesselt mich…

September 22, 2010

…egal was, aber macht was ! Ich kann sonst für nichts garantieren.

Wenn beruflich und privat nichts dazwischen kommt und ich nächstes Jahr wieder die üblichen Turniere reite, darf/muß ich LK 4 starten.

Nichts spektakuläres, an und für sich, wäre da nicht diese exotische Disziplin, die man erst ab der LK4 starten darf.

*brüll* REINING !

Nichts, aber auch gar nichts setzt nachhaltiger Flöhe in meinen Kopf als das Anschauen von EWU-LK4-Reining-Videos auf den einschlägigen Plattformen. Herrlich, es gibt noch mehr da draußen wie mich…also solche, die es noch nicht so ganz drauf haben, aber sich trotzdem todesmutig allen möglichen Herausforderungen stellen.

Was hat man schon so zu verlieren außer einem guten Ruf sowie der persönlichen Selbstachtung ?

Und ganz nebenbei kann man dann auch noch die Vorurteile hochklassiger NRHA-Reiter (ja, genau, die Greener-than-grass-Starter…) bestätigen, die ja sowieso meinen, sie hätten die Erde zur Kugel gemacht und die EWU hätte sich nur `ne Scheibe von abschneiden dürfen.

Ich muß´da mal ein Wort mit dem Pferd über das Thema sprechen. Die versteht von Reining mehr als ich *, die kann mir bestimmt ein paar Tipps geben.

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* das Pferd wurde vom Vorbesitzer mal in der Richtung vorsichtig antrainiert. *hüstel*
Ich weiß also, das SIE drehen und stoppen kann, galoppieren ja sowieso – die große Frage: macht sie das auch mit mir obendrauf ?

Competition face(s) III

September 16, 2010

oder: zwei der häufigsten Trail-Gesichter vom Pferd.

Einmal der sogenannte Petzi-Blick *:

und dann das Fünf-vor-zwölf-Gesicht **:

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* Petzi – der ist doch noch bekannt, oder ? Dieser kleine Bär, der gerne Pfannkuchen aß und der in entzückenden Kindercomicbilderbüchern verewigt ist. Großäugig, lieb, niedlich und ganz, ganz aufmerksam – wie das Pferd eben, die sich auf diesem Foto superbrav bemüht, jegliche Klongs zu vermeiden. 🙂

An dem Tag, auf diesem Turnier, war ich ziemlich entspannt und ausgeglichen – das ist eine Grundlage, mit der das Pferd gut arbeiten kann. Leider gelingt mir das Halten dieses herrlichen Zustandes noch nicht längerfristig, was dann unweigerlich zu Fünf-vor-zwölf-Gesichtsausdrücken beim Pferd führt bzw. zu Performances, bei denen sich (innerlich) sicherlich schon so mancher fachkundiger Zuschauer schreiend und wehklagend in die nächstbeste dunkle Ecke hat schmeissen mögen…*hüstel*

** …auch bekannt als das „I`m REALLY pissed off“-Gesicht. Meistens aufgesetzt, nachdem ich wieder einmal Mist gebaut habe und nur Anstand und Gutherzigkeit das Pferd von Schlimmerem abhalten. Hier war`s meine Millisekunden vor Aufnahme des Fotos noch viel zu hohe und grob rückwärts-aufwärts einwirkende Hand. *schäm*