Never ending Kummer

April 3, 2011

Sozusagen. Nein, den Pferden geht`s glänzend, die kriegen von dem Theater, was die Zweibeiner veranstalten, glücklicherweise nichts mit. Zumindest nicht direkt. Indirekt schon.

 

Pferd kriege ich quasi kaum noch weg von mir, die will mir wahlweise auf den Arm springen, tröstend die Mähne kraulen, mich mit dem Hals an ihre Schulter klemmen (ihre Version einer Umarmung) und ganz allgemein ist sie in der letzten Zeit so sehr lieb und artig, das es einem schon fast unheimlich vorkommt. Kann mich gar nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal gebuckelt hat. Kann mich nicht daran erinnern, das jemals ein Verladetraining so unspektakulär ablief wie an diesem Wochenende. Kann mich nicht daran erinnern, das sie jemals beim Passieren unserer Lieblingsschreckstelle im Gelände (das Pferd und Paarhufer, das geht einfach nicht !) so wenig Terz wie heute gemacht hätte.

 

Sogar Pony merkt was. Sogar das Pony will derzeit schmusen und wie man vielleicht ahnt, ist das nicht nur sehr selten, sondern auch sehr bemerkenswert. Pony und Schmusen, das ist wie…wie…wie….mir fällt kein Vergleich ein, der drastisch genug wäre.

 

Dabei wäre alles ganz einfach.

 

Es müssten nur

 

a) die Menschen bei meinem Broterwerb einsehen, das bestimmte Sachen nicht gehen und

 

b) diese eine Person im Stall des Ponys *selbstzensiertdadanndochzuheftig* oder

 

c) ich mir ein Fell zulegen, das dicker ist als zwanzig aufeinander gestapelte Christ Lammfellpads.

 

Wahlweise ginge natürlich auch ein gescheiter ( = zweistelliger) Lottojackpot. 😉

 

Ich will mich nicht wegen wie auch immer gearteter oder zustande gekommener Umstände zwischen Pony und Pferd entscheiden müssen, weil ich ahne, wie die Entscheidung ausfällt. Ich liebe meine Pferde und tue sehr viel für sie, aber letzten Endes kommt Mensch vor Pferd…und vor Pony. 😦

 

 

——

 

 

Sorry, das mußte jetzt mal raus.

 

 

 

 

 

War ja klar !

November 25, 2010

Es gibt Momente, da hasse ich mich.

Ich sag` manchmal so kokettierend-schäkernd gegenüber anderen Leuten irgendwelche auf mich bezogene Sachen, die ich – eigentlich – gar nicht ernst meine.

Warum ich sie nicht ernst meine ?

Weil das dann meistens Sachen sind, die mich irgendwie schlecht machen.
(Beispiel: „Ooooooh, mein Hintern ist soooo dick !“)

Warum ich sie trotzdem sage ?

Ist doch klar.

Die Chancen, das mir dann jemand versichert, die mir eben selbst attestierte Macke (Variante 1) entweder gar nicht vorhanden sei („Wie, Deiiiiiiin Hintern ? Der ist doch das Epitome von Wohlgeformtheit und muskulöser Grazie !“) oder aber nur (Variante 2) gering ausgeprägt („och, solange Du mit dem Ar*ch noch nicht Deine Jeans zum Platzen bringst, geht`s doch noch.“), ist ziemlich groß.

Fishing for compliments ! 🙂

Um mal den Bogen zurück zum Anfang zu schlagen:

heute, heute war so ein Moment, da habe ich mich gehasst. Gehasst dafür, das ich mit meiner Aussage von neulich, nämlich dieser hier

“ Und mir bleibt die Erkenntnis, das der Spruch „Wie der Herr, so`s Gescherr“ auf das Pferd und mich nun so gar nicht zutrifft. „

völlig ungeplant völlig richtig lag.

– tbc –

Gedächnisleistung

Oktober 26, 2010

TA-Termin für Pony.

Pony hatte letzte Woche – ausgerechnet an einem Tag, an dem ich nicht da war – angefangen zu husten.

Die beste Miteinstellerin aller Zeiten rief mich an. Pony würde husten und eine Tierärztin wäre gerade am Stall. Ob sie Pony mal vorstellen sollte.

Klar sollte sie, es kam vorerst nichts dramatisches dabei raus außer einer Hustensaftverordnung und der Ansage, man solle Pony nächste Woche (=heute) nochmal zur Kontrolle vorstellen.

Heute dann der Kontrolltermin.

Die TÄin von letzter Woche kam nicht, stattdessen ihre Praxiskollegin.

Ich holte Pony von der Weide, bog um die Stallecke und…Pony schmiss den Anker.

Große Augen, hochgereckter Hals, das ganze Pony stocksteif und neinichwillnichtweiter ! Neinneinnein !

Die Praxiskollegin flötete: „Oh, das ist aber ein bekanntes Gesicht, wir haben uns doch schon mal gesehen…“

Dieser BLICK ! Dieser BLICK, den das Pony ihr zuwarf !

Wie ein Chuck-Norris-Roundhouse-Kick, ganz „Ja, ich erinnere mich auch. Ich werde Dich jetzt töten.“ 🙂

Zu Hause dann ein Blick in die Akte vom Pony. Ich wußte zwar, das sich Pony und diese TÄin * schon einmal begegnet waren, aber nicht mehr genau wann das war – und ich wollte es genau wissen.

Es war vor ziemlich genau einem Jahr und fünf Monaten.

Vor einem Jahr und fünf Monaten hatte Pony diese TÄin EINMAL gesehen, in ihrer Funktion („wenn die kommt, gibt´s erstmal kein Leckerchen, sondern Pieks“) als aus Ponysicht negativ zu betrachten abgespeichert und heute dann sofort wieder erkannt.

Ich glaube, ich nehme das Pony morgen mal an die Doppellonge. Das haben wir das letzte Mal, glaube ich, vor drei Jahren gemacht, aber nach dem heutigen Tage habe ich wenig Zweifel daran, das Pony noch ganz genau weiß, wie das geht. 🙂

————–

* die in Frage stehende Tierärztin ist nicht unsere „normale“ Tierärztin, sondern war nur zur Vertretung da.

Ponyblick

September 6, 2010

„Awww, sh*t !“

Das Pony, sozusagen „caught in the act“. Ohne Maulkorb auf der Weide * und dann auch noch dabei, sich am neuen Lieblingsspielzeug ** unserer Herde die Schweifrübe noch mehr zu zerschrubbeln ***.

Böses Pony, ganz böses Pony ! 😦

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* Pony trägt den Greenguard, normalerweise auch mit dem dazugehörigen Halfter. Da dieses Halfter aber bei ihr trotz aller Gegenmaßnahmen beim Dauertragen Scheuerstellen verursacht, habe ich es vor einiger Zeit gegen ein Hamilton-Halfter ausgetauscht. Das scheuert jetzt zwar nicht mehr, ist dafür aber scheinbar leicht ausziehbar…auch wenn man, wie Pony, keine Daumen hat. 😉

** Einer der am Rand der Weide befindlichen Laubbäume ist vor kurzer Zeit abgeknickt und auf die Weide gestürzt. Der SB hat den Zaun repariert und noch bevor er dazu kam, auch den Knickbaum zu entsorgen, hatte ihn die Pferdeherde schon kahlgenagt und als Kratzbaum angenommen. Pferde sind so leicht glücklich zu machen… 🙂

*** Ponys Schweif sieht standardmässig so aus, als wäre er ihr direkt aus der Kruppe geplatzt (also oben dick, unten mehr so „Fähnlein Fieselschweif“). Wenn sie sich den dann noch aufschubbert…oh weh. Scheint dann für Außenstehende so, als würde ich an den Wurmkuren sparen. *schäm*

Die kleine miese Pottsau III

September 1, 2010

„Pony,“ sagte ich, nun schon etwas angesäuert. „Pony, lass` den Scheiss, da sind wir beide zu alt für !“

Eines ihrer Ohren drehte sich in meine Richtung.

Wieder ein klarer Gesichtsausdruck:

„Oh – ES spricht !“

(ich „liebe“ diese Momente, in denen mich ein Lebewesen mit einem kaffeetassengroßen
Hirnvolumen doof dastehen lässt !)

„Poniiihiiiiieee ! Komm` gefälligst her jetzt !“

Ohr ging wieder nach hinten und der typische Ponyschalk blitzte in ihren Augen:

„Komm schon Frauchen, sag` die magischen Worte !

Sagsiesagsiesagsie ! Na los !“

*hüpf*hüpf*

Ich seufzte. Na gut. Es ist halt so. Alte Frauen sind eben in ihren Gewohnheiten gefangen und wenn sie gerne die magischen Worte hören möchte, die sie immer in „fünf vor zwölf“-Situationen hört, dann muß ich wohl ran.

„Pony Cowgirl…“ sage ich,

(in Schluss-mit-lustig-Momenten spreche ich das Pony stets mit Vor- und Zunamen an, um die Ernsthaftigkeit der Lage zu betonen)

„Pony Cowgirl….jetzt ist aber mal gut ! BRAVSEIN ODER SCHLACHTHAUS !“

Klack ! Der Schalter sprang um. Eben noch rotes Rattenpony mit Besitzerin-in-den-Wahnsinn-treiben-Lizenz. Jetzt, nach dem Ertönen der magischen Drohung „Bravsein oder…“, braves Musterpony in Denkmalpose.

Stocksteif dastehend, Ohren aufmerksam gespitzt, Augen auf mich gerichtet. Und dann, wie sich das für ein sein Leben liebendes Pony gehört, wurde brav von selber der Kopf in den Maulkorb gesteckt und geduldig abgewartet, bis ich den Maulkorb samt Halfter wieder ordnungsgemäß montiert hatte.

Bitte, es geht doch !

Na, warte. „Ich bin ja schlau“, dachte ich, „ich schneide ihr jetzt mal den Weg ab.“

Kein Problem für Pony, Pony kann frei besser stoppen und rollbacken als ein Reiner. Zumindest aus dem Trab. Und schneller als ponytraben brauchte sie auch nicht. Ich bin sehr leicht abzuhängen.

Gut, neue Taktik. Ich laufe ihr nicht mehr den ganzen Weg hinterher, sondern nur noch jeweils ein Stück, nach rechts und nach links. Mal gucken, was passiert.

Was passierte, war etwas, was man eigentlich eher für Geld von Nätscheräll-Horstmäns und -wummänns vorgeführt bekommt:

Freies Longieren.

Konkret: das Pferd läuft im Kreis herum, der Mensch steht in der Mitte und bewegt sich nur ein paar Schritte nach rechts oder links, je nach gewünschter Pferdelaufrichtung. Im Roundpen kann das ja jeder, aber auf freier Fläche ?

Ein Bild für die Götter – und die haben sich heute bestimmt auch schlappgelacht beim Anblick eines kleinen roten Ponys, das ihr Cowgirl in perfekter Manier ein paar Schritte nach links machen ließ. Und dann wendete und einen halben Zirkel in die andere Richtung lief, nur damit das Cowgirl ihr wieder ein paar Schritte nach rechts hinterherrennen konnte. Und das ganze mehrfach, es macht doch sooo einen Spaß !

Aber – das Pony ist zwar scherzbereit, aber auch sprachbegabt.

– to be continued –

Die kleine miese Pottsau

August 30, 2010

Ja, natürlich rede ich vom Pony !

(das Pferd wäre entsprechend die große miese…aber die ist zur Zeit brav, ich kann nicht meckern…)

Da macht man sich – mal wieder – Sorgen, das das Fell in der letzten Zeit doch etwas stumpf geworden ist…hach, denkt man sich, nun wird sie doch RICHTIG alt…man sollte sich evtl. doch mal wieder schlau machen, was man ihr an „Pülverchen“ und „Pröppelchen“ zur Nahrungsergänzung besorgen müßte…und ist nicht auch ihr Gang in der letzten Zeit etwas hakelig geworden ? Sollte ich sie nicht vielleicht jetzt schon eindecken, es ist doch so nass ? Das kann doch nicht gesund sein für sie, schließlich schläft sie ja auch noch draußen !

Und dann komme ich heute auf die Weide. Rufe das Pony, das die Nase ganz tief im Gras stecken hat. Wundere mich, das sie nicht schon am Weidetor stand, denn normalerweise kommt sie bereits angelaufen, wenn ich das Hoftor öffne.

Der kleine rote Kopf fliegt hoch. Ganz klarer, sprechender Gesichtsausdruck: „Mist, Frauchen ist da !“

Der Grund für das schlechte Gewissen bei ihr war dann sofort sichtbar: die rote Ratte hatte sich wieder selbst den Weidemaulkorb ausgezogen.

Normalerweise ist das kein Problem. Ich sammele den Maulkorb wieder auf und gehe zum Pony, das sich mit leidender, aber geduldiger Miene den Maulkorb wieder aufziehen lässt.

Heute ?

Neee, heute nicht. Es war heute ja auch nur das mieseste, nasseste, ekelhafteste Wetter überhaupt in den letzten Wochen, also:

die perfekte Gelegenheit für ein kleines, rotes und zu Scherzen aufgelegtes Pony, mir einmal wieder zu zeigen, das

a) man kleine rote Ponystuten altersunabhängig NIEMALS unterschätzen sollte und

b) um mich daran zu erinnern, wer in unserer Beziehung wirklich das Sagen hat und

c) man an solchen mieswettrigen Tagen wie heute als Mensch keine Hoffnungen auf Ponygnade haben darf.

„Maulkorb ? Neee, ohne mich !“, sprach`s und sprintete weg. Nicht weit weg, nein, sie ist ja nicht doof. Gerade weit weg genug, das ihre Zeit für ein Maul voll Gras und ein freches Grinsen über ihren Ponypöter hinweg reichte, bis ich ihr wieder zu nahe kam.

Wieder Sprint, wieder Gras. Wieder GRINSEN. 😦

(ich mache da keine Scherze, die kann wirklich grinsen ! Und „nänänänäääänääää“ machen !)

Na, warte. Ich bin ja schlau, dachte ich, ich schneide ihr jetzt mal den Weg ab.

– to be continued –

Hoffnungsvoll

Juni 13, 2010

„Hey, nimmst Du mir jetzt den Maulkorb ab ? Bitteeeeeeee !“

Immer wenn ich am Stall bin, darf das Pony eine Weile ohne Maulkorb grasen – meist stelle ich sie dazu auf unseren Winterauslauf, auf dem nicht sehr viel Grünes wächst.

Happy Birthday !

April 23, 2010

28 Jahre ist das Pony heute geworden ! 🙂

28 Jahre kennen wir uns schon, seit 8 Jahren ist sie in meinem Besitz hält sie sich mich.

Ganz langsam, ganz, ganz langsam geraten wir in einen Bereich, in dem die Verständigung immer „unspektakulärer“ wird, weil schon ein Ohrenzucken ausreichen kann, um komplexe Sachverhalte zu erläutern.

Betriebswirtschaftlich gesehen ist sie eine Katastrophe – als Lehrerin ist sie unbezahlbar.

Und wenn uns ihr Stoffwechsel keine größere Streiche mehr spielt, dann sollte die 30 auch noch zu knacken sein.

Back at the ranch II

März 26, 2010

Die Rösser blieben viereinhalb Tage lang unbetüddelt. Die Basisversorgung war zwar gesichert, aber die Mädels sind doch mehr Programm gewöhnt als nur Futter, Wasser und eine saubere Box.

Ich schrieb sicher bereits irgendwann davon, das meine Stuten es gar nicht nötig haben, via Lautsprache zu kommunizieren.

Nein, beide teilen ihre Meinung durch Gucken mit.

Das Spezialgebiet vom Pony ist „empört gucken“, das Pferd ist zuständig für den Bereich „vorwurfsvoll gucken“. Beide Varianten sind schwer zu ertragen, für mich sowieso, wachsweich, wie ich bin.

Und so guckten die beiden, als ich wieder am Stall war:

Das Pony:

Das Pferd:

Der Ponyblick war noch erträglich, aber wenn das Pferd so schaut wie hier…*schüttel*… da werde ich immer sooo klein mit Hut. 550 Kilo getüpfelter Vorwurf, ganz schwer zu ertragen.