Pferd zu verkaufen

April 6, 2011

Nein, nicht meines, sondern das einer guten Freundin.

Sie hat ihr Pferd bei ehorses.de unter der Anzeigennummer 256969 eingestellt.

Eine todschicke, sehr kluge Stute, von der Attitüde her etwas hoheitsvoller als „das Pferd“ 😉

Als Jungpferd direkt vom Züchter gekauft und seitdem immer scheckheftgepflegt + sehr artgerecht mit viel Auslauf gehalten. Herdenverträglich.

Ich habe mal auf dem Reitplatz draufgesessen – und war überrascht, wie fein sie eingestellt ist. Obwohl sie sonst nur von ihrer Besitzerin im Gelände geritten wird, kam ich auf Anhieb mit ihr zurecht. Die Stute bemüht sich extremst, einem alles recht zu machen, ein ausgesprochen aufmerksames Pferd, trailmässig sehr begabt.

Sie wäre das perfekte Pferd für eine/n anspruchsvolle, hauptsächlich an längeren Geländeritten interessierte/n Freizeitreiter.

Warum ich das Wundertier nicht selbst kaufe ?

Ganz einfach. Es fehlt an Zeit, vor allem aber an Geld. 😦

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Es wird Frühling…

März 21, 2011

…und das Pferd geniesst die ersten warmen Sonnenstrahlen.

 

…oder auch „Update II“.

(Nebenbeibemerkung vorab: freut mich, das andere Leute sich durch meine Texte (und Abkürzungen) inspirieren lassen. Wie war das doch gleich – Imitation ist auch eine Form der Anerkennung ? )

Eine für fünf Minuten freie Halle, zwei Stuten und ihre Besitzerinnen. Ja, jetzt kann die Luzie abgehen, yeeehaw !

Was abging, waren dann allerdings nur die Führstricke von den Halftern und sonst nicht viel.

Die Jungdame wollte vorrangig eines – raus. In der Halle gibt`s nicht zu fressen, bewegt hatte sie sich im Vorfeld auch schon und die Tüpfeltante, die schüchtern im Hintergrund stand, war uninteressant.

Mein Pferd wollte auf den Arm. Ihre Lieblingslösung, wenn ihr eine Situation nicht ganz geheuer ist und/oder sie nicht weiß, was sie machen soll. Wie ein Kindergartenkind mit Integrationsproblemen – „will heim, Mama !“ oder so in der Art.

Wir standen ratlos da. Hallooohoooo, integration anyone ? Wir machten das, was eigentlich nicht im Protokoll stand – wir packten die Pferde an den Halftern und nötigten sie zu einem zwangsweisen Nase-Nase-Kontakt.

Es passierte wieder nichts. Gut, es wurden wechselseitig die Ohren angelegt, aber sonst ? Nichts.

Einige Join-up-Imitationen (Pferd: „Wo Du hingehst, da will auch ich hingehen, Frauchen“ – war nicht geplant, die ist einfach so) später hatten wir sie dann immerhin schon so weit, das Jungdame dem Pferd sagte: „Pferd, Du nervst, geh` nach links.“ – und das Pferd ging nach links. Woraufhin dann Jungdame dem Pferd sagte: „Pferd, links will ich Dich aber nicht haben, geh` mal nach rechts.“ – und das Pferd ging nach rechts.

Einen Tag später wiederholte sich auf dem den beiden Mädels zugesagten Paddock dann das gleiche Spiel. Die Jungdame gab die Richtung an und das Pferd sagte nur „Aye, aye, Ma`am.“

Bis heute ist das auch so geblieben, zumindest sind an beiden Weibern keine Kampfspuren festzustellen und es kamen auch keine Rückmeldungen von SB und den Stallkollegen, das sich da Bitchfights abspielen würden. Und angesichts der Tatsache, das sich die beiden, trotz der klaren Rangverteilung, neulich am Putzplatz für menschliche Ohren freudig klingend angewiehert haben, kann man, denke ich, die Integration bzw. Vergesellschaftung des Pferdes mit ihrer Paddockpartnerin als erfolgreich durchgeführt betrachten.

Und mir bleibt die Erkenntnis, das der Spruch „Wie der Herr, so`s Gescherr“ auf das Pferd und mich nun so gar nicht zutrifft. Das Pferd ist viel lieber und zugänglicher als ich, ich bin eher grumpy… 🙂

Reingefallen

Februar 11, 2010

Da möchte man nun meinen, alleine die Tatsache, das ich selbst weiblich bin, müßte mich schon in gewisser Weise qualifizieren. Das heißt, insoweit, als das ich alleine aufgrund meiner Geschlechtszugehörigkeit besser als Männer in der Lage sein sollte, die weibliche Psyche zu durchschauen.

Und wenn schon nicht diese Tatsache, dann vielleicht  jene: sämtliche wichtige Pferde in meinem Leben waren bisher Stuten.

Kein Scherz ! Nur Weiber !

Angefangen von der kräftigen Norwegerstute, auf der mir die Heldin meiner Kindheit die erste halbwegs ordentliche Longenstunde erteilte, über die Mutter vom Pony und das Pony selber bis hin zum Pferd.

Vor dem Kauf des Pferdes flüsterte mir meine Innere Stimme  zu, das es vielleicht doch besser ein Wallach werden solle. So von wegen „der ist nicht so hysterisch-hormongesteuert“, „der ist unkomplizierter im Umgang“ etc.etc.

Aber neeee, die Nachfolge vom Pony wurde durch das Pferd, eine äußerst stutige Stute (und schon Mama – Mist, noch etwas, was mir das Pferd voraus hat !) angetreten.

(Ich höre zu selten auf meine Innere Stimme.)

Und das Pferd ist sooo lieb und sooo schmusig. Und bislang hat dieses ach-so-liebe Pferd noch JEDEN um den Finger wickeln können, einschließlich Gutemine. Und das will was heißen, denn Gutemines Jagdschema geht mehr in Richtung großrahmig, dunkelbraun und warmblütisch gebrannt.

Harhar ! Alles nur Tarnung !

Dieses liebe schmusige Pferd ist ein ganz durchtriebenes, raffiniertes Luder !

Und jedes Mal, wirklich j-e-d-e-s Mal, so auch heute, falle ich auf ihre Scharade „lieb-harmlos-schmusig-tüpfelig“ herein.

Wir blenden über zum Stall, und uns bietet sich folgende Szenerie:

Das Pferd hat nach einer äußerst „anstrengenden“ zentrifugischen Trainingseinheit Feierabend, steht in der Box und frisst Heu.

Cowgirl in all ihrer stallkluftigen Pracht (der Panzer-Kombi ist immer noch en vogue in Cowgirlhausen) sieht das Pferd, denkt:

„Oooooooch, die Aaaaarme ! Die hat wohl schon ihre Handvoll Krippenfutter aufgefressen, der werfe ich jetzt noch ein paar Möhren rein und träufele etwas Leinöl drüber…“

(merke: auch so können sich Mutterinstinkte äußern – man füttert alles, was sich  nicht schnell genug den Mund zuklebt)

Gesagt, getan, das Pferd widmet sich glücklich dem unerwarteten Zwischenimbiss.

Und Cowgirl geht weiter den Hof enteisen.

Als Cowgirl entkräftet und erschöpft, aber gut durchgewärmt, zurück zur Box des Pferdes geht, streckt dieses den Kopf über die Boxentür.

In ihren Augen schimmert der allerschönste  Bambi-Blick, zu dem sie fähig ist. Dieser Blick, der so samtig-liebevoll ist, das man damit Tresortüren schmelzen könnte. Dieser Blick, bei dem Cowgirl immer….na, lassen wir das.

Jedenfalls stellt sich Cowgirl müde und dankbar für die vom Pferd quasi „angebotene“ Pause vor die Boxentür. Sie fängt an, dem Pferd den Kopf zu kraulen. Pferd wiederum vermittelt Cowgirl durch geschicktes Kopfdrehen die optimale Kraulposition. Diese befindet sich heute, sehr ungewöhnlich für das Pferd, anscheinend direkt auf Oberlippe und Kinn des Pferdes.

(Hier haben wir jetzt den Punkt erreicht, an dem eigentlich das Alarmgeheul meiner Inneren Stimme eine Lautstärke von  120 Dezibel hätte überschreiten sollen. Es aber nicht tat. Hrmpf. 😦  )

Cowgirl krault. Und das Pferd dreht und wendet den Kopf, stupst Cowgirl mit der Nase an und Cowgirl freuuuuut sich, das das Pferd heute ja so superschmusig ist und überhaupt ist alles rooosa und wunderschön heute abend. Ein Schmusepferd ist was Feines !

Jahaaa. Sischer.

Als Cowgirl endlich nach schier endlos scheinender Zeit ihre Hand vom Pferdekopf wegzieht, sieht sie dieses merkwürdige Glitzern in den Augen des Pferdes.

Uh-oh ! Das ist kein gutes Zeichen ! Dieses Glitzern kennt Cowgirl aus stressigeren Zeiten und Cowgirl weiß auch ganz genau, was dieses Glitzern bedeutet.

Das Pferd hat es mal wieder geschafft. Pferd hat zum x-ten Mal bewiesen, das eine Handvoll Hirn in Kombination mit Tüpfeln und Liebgucken völlig ausreicht, um die ach-so-instinktsichere Cowgirl total einzulullen.

Die Hand von Cowgirl, der Ärmel des Panzerkombis und so ziemlich die ganze rechte Oberkörperhälfte des Panzerkombis sind völlig  leinölverschmiert.

Was nunmehr fast komplett ölfrei und wunderbar sauber ist, ist die Schnauze des Pferdes, welches sich nach einem sehr befriedigt aussehenden „Ätsch, reingefallen !“-Blick wieder dem Heu widmet…